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Start Berichte und Ergebnisse Sportveranstaltungen 2017-04-08 LP Barsinghausen
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Die Statistik zuerst: zwei BH´s und drei IPO`s sollten es am letzten Samstag werden. Zwei BH´s und eine IPO sind bestanden worden. Und nein, die Autorin dieses Berichtes ist NICHT unter den Glücklichen.

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Doch fangen wir am Anfang an, im Fährtengelände. Windstill, saftige grüne Getreidesaat, Tau auf den Gräsern, leichter Regen in der Nacht zuvor, Boden leicht feucht. Unser Leistungsrichter Wolfgang Dill, unsere Prüfungsleitung und wir Prüflinge waren optimistisch und guter Dinge, als wir vor unseren Fährtenschildern standen und unseren Hunden sagten: „Such.“ Optimale Bedingungen. Fanden unsere Hunde auch. Nur nicht zum Suchen. Man kann so schöne Dinge mit einer Fährte machen – man kann sie zum Beispiel aufessen. Questor, Fraukes Hund, fand das nasse Gras so köstlich, dass er die erste Grade zum Frühstück nahm. Mein Hund Balu merkte nach ca. 50 Schritten, dass der Fährtenleger vergessen hatte, Futter auf die Fährte zu legen. Er kam zu mir zurück, schaute mich mit seinen braunen Augen an und fragte mich: “Was denkst du wollen wir jetzt noch Schönes machen? Fährte hab ich gecheckt, lohnt sich heute nicht. Wir könnten uns auch wälzen!“ – und tat dieses. Kurz gesagt: Questor hat sich noch hervorragend eingesucht und gut verwiesen, Benno, der Hund von Angelika hat seine Fährte auch gut zu Ende gebracht. Balu hat sich dazu nicht mehr überreden lassen.
 
Muss ich noch was sagen? Die Prüfung war für mich schon wieder vorbei. Ich hatte ein Deja-Vu …
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Nun stand als nächstes die Abteilung B von Angelika und Benno auf dem Programm. Jens ging mit seiner Binja vom Torfmeer als Mitführhund mit, allerdings nur so lange, bis Benno in die Ablage gebracht wurde und quasi sofort daraus aufstand und sein Frauchen besuchte. Bereits in den technischen Übungen und der Freifolge zuvor hatte er gezeigt, dass er heute nicht so wirklich bei der Sache war. Also war hier jetzt Schluss für Angelika und ihren Benno und damit auch für ihre IPO.
Frauke und ich gingen nun mit unseren Hunden an den Start. Balu und ich gaben uns jetzt besonders Mühe. So fleißig hatten wir trainiert, nun wollten wir zeigen, dass sich das alles auch gelohnt hatte. Am Schluss war ich wirklich stolz und zufrieden. Mein Hund hatte alles ganz grandios gemacht, nur ich baute ein paar technische Fehler ein, nahm das Holz falsch ab, vergaß nach dem „Steh“ die Grundstellung, erntete am Schluss aber 85 Punkte und eine gute Bewertung unserer Arbeit von Wolfgang. Frauke und Questor zeigten ebenfalls eine sehr freudige und aufmerksame Arbeit, auch hier war es allein Frauke, die durch ein paar technische Fehler Punkte verschenkte. Wolfgang betonte nochmals, dass die Hunde eine sehr schöne Arbeit zeigten und unser Ausbildungsstand sehr gut sei. Das hat uns gefreut! 
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Nun war die erste BH am Start. Michaela mit ihrer Emira – wir erinnern uns? Zwei Hündinnen, eine läufig, Ablage, Zickerei, Schluss, aus. Das war im Herbst. Nun sollte es aber klappen. Die Zuschauer am Zaun und wir Ausbilder drückten uns die Daumen blau. Aber am heutigen Samstag lief alles glatt. Die beiden liefen die Prüfung ihres Lebens. Aufmerksam, freudig, fast fehlerfrei. Milko lief mit Glen als Mitführhund mit, und Emira beobachtete aus ihrer Ablage mit arrogantem Desinteresse deren Vorführung. JUHU, die Ablage war auch in trockenen Tüchern, und wir konnten endlich wieder ausatmen. Wolfgang war begeistert von dem Ausbildungsstand der beiden und belohnte diese Arbeit dann am Schluss auch mit der „besten BH“. Wir sind so stolz auf Euch!
Nun ging es Schlag auf Schlag weiter – Abteilung C der IPO Hunde. Angelika und Benno starteten zuerst und fingen auch gut an. Aber bei der kurzen Flucht fiel Benno aus dem Ärmel und Wolfgang brach die Prüfung ab. Das tut uns so leid für euch! Bitte nicht traurig sein, einfach weiter üben, beim nächsten Mal klappt es besser!
Balu und ich starteten als Zweites und machten unsere Sache wirklich ordentlich. Umso mehr ärgerte ich mich jetzt über die verpatzte Fährte – das wäre sonst tatsächlich eine schöne Prüfung geworden!
Frauke und Questor zeigten ebenfalls wieder einmal eine sehr schöne Arbeit, ein paar Ungehorsamkeiten kosteten Punkte, aber Wolfgang war für beide Hunde am Schluss voll des Lobes, lobte die Angriffe, die Einstiege, den tadellosen Rückentransport von Questor, das Revieren von Balu (Mensch, was hatten wir daran trainiert!).
Glückwunsch, Frauke, zur bestandenen IPO2! Wir sind stolz auf Euch! Nun werden wir an unseren kleinen Baustellen arbeiten und die nächste Prüfung werden wir rocken!
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Jetzt erstmal Mittag essen!
Im warmen Vereinsheim tankten wir bei leckeren Frikadellen, Kartoffeln und Salat unsere Energie wieder auf. Die, die am Morgen nichts runtergekriegt hatten, waren jetzt durch mit ihren Prüfungen und konnten endlich wieder etwas entspannen. Alle, bis auf Gerhard. Denn seine Hündin war läufig und die beiden gingen nun nach dem Mittag auf den Platz für ihre BH. Wir erinnern uns? Herbst, zwei Hündinnen, eine läufig, Ablage, Zickerei…?
Heute war alles anders. Gerhard lief sein Schema durch, als würde es um sein Leben gehen. Den Blick nach vorn gerichtet, im Kopf seine Schrittfolgen, so sehr hatten wir ihm dies eingetrichtert, er brauchte es nur noch abzurufen. Greta versuchte es am Anfang mit ein paar Leinen-Kaspereien, aber Gerhard reagierte einfach nicht darauf. Er hatte eine BH zu laufen, verdammt noch eins! Greta war spontan völlig beeindruckt von dieser neuen Seite ihres Herrchens und dachte sich dann wohl: „Der Typ scheint einen Plan zu haben. Ich lauf lieber mit, sonst verpass ich noch was.“ Auch die Ablage war heute kein Problem. Herrchen wollte, dass sie liegen blieb, also blieb sie liegen, ganz einfache Sache.
Der Verkehrsteil war dann für beide Hunde gar kein Thema mehr, also Glückwunsch, Jubel, Lachen und Aufatmen für unsere beiden BH´ler. Gut gemacht, ihr beiden!
Bei Kaffee und Kuchen saßen wir noch eine ganze Weile zusammen und resümierten diesen Prüfungstag. Einerseits so schön, andererseits auch so ärgerlich. Aber hey, wir sind Hundesportler, wir haben unsere Defizite erkannt und wir werden daran arbeiten. Mit jeder Prüfung und mit jeder Herausforderung lernen wir dazu und können auch die Niederlagen nutzen, um im Training an genau diesen Punkten anzusetzen und zu arbeiten.
Unsere Gemeinschaft, unsere glücklichen „Besteher“, unsere guten Punkte und Bewertungen, ein leckeres Mittagessen – all das macht trotzdem glücklich. Danke an alle Helfer, an die Mitführhunde und ihre Hundeführer, und an Wolfgang Dill für seine guten Erklärungen und Erläuterungen.
Letztlich ist es doch so: ein Verlierer ist man nur, wenn man aufhört es zu versuchen. Sich überhaupt einer Prüfung und einer Bewertung zu stellen, verdient höchsten Respekt. Sich nach einer Niederlage erneut zu stellen, noch mehr.
Deshalb sind wahrscheinlich meine Berichte immer so ausführlich. Sich von außen eine Ergebnistabelle anzusehen und spontan darüber zu urteilen, ist einfach. Aber dem beizuwohnen, sich in diesen Prüfungsmodus zu begeben, sich der eigenen Aufregung zu stellen und diese zu überwinden, das ist es, worauf es ankommt.
Vielen Dank dafür an all unsere Prüflinge jetzt und in der Zukunft!
 
Beitrag: Daniela von Berckefeldt
Fotos: Dr. Milko Schneck, Daniela von Berckefeldt

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